Wie alles begann ...
- Nicole Hahn
- 2. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Manchmal beginnt etwas Großes mit einer Kleinigkeit.
Bei mir war es kein geplanter Traum, einmal Autorin zu werden. Es war kein Notizbuch voller Romanideen und auch kein lang gehegter Wunsch, ein Buch zu schreiben – auch wenn ich manchmal darüber nachgedacht habe.
Es war ein Fotobuch.
Nach einer meiner Reisen saß ich am Computer und wollte nur meine schönsten Erinnerungen festhalten. Bilder auswählen, kleine Texte dazu schreiben, die besonderen Augenblicke noch einmal erleben. Während ich Seite für Seite gestaltete, entstand plötzlich eine Frage:
Was wäre eigentlich, wenn aus diesen Erinnerungen eine eigene Geschichte werden würde?
Genau in diesem Moment entstand die Idee für meinen Roman Inselrauschen.
Dabei begann eigentlich alles schon viel früher.
Denn genauso wie Lara im ersten Band gab es auch in meinem Leben diese eine Freundin, die mich irgendwann überredete, alleine zu verreisen. Ehrlich gesagt war ich anfangs alles andere als überzeugt von der Idee. Allein in den Urlaub? Das lag ziemlich weit außerhalb meiner Komfortzone.
Heute bin ich unglaublich froh, dass ich diesen Schritt trotzdem gegangen bin.
Denn genau dieser eine mutige Moment hat viel mehr verändert als nur meine Art zu reisen. Er hat mir gezeigt, wie viel Selbstvertrauen entstehen kann, wenn man sich auf Neues einlässt. Aus einer Reise wurden zwei. Dann noch eine. Mit jeder neuen Erfahrung wuchs nicht nur meine Reiselust, sondern auch meine Inspiration.
Rückblickend weiß ich: Ohne diese Entscheidung hätte es mein erstes Buch wahrscheinlich nie gegeben.
Natürlich ist Lara nicht ich.
Sie ist ihre eigene Persönlichkeit, trifft ihre eigenen Entscheidungen und erlebt ihre ganz eigene Geschichte. Aber vieles von dem, was sie fühlt, stammt aus Momenten, die ich selbst erlebt habe: Das Gefühl, alleine an einem unbekannten Ort anzukommen. Die Aufregung vor dem ersten Schritt. Die kleinen Begegnungen unterwegs. Das Staunen über neue Landschaften. Dieses besondere Gefühl von Freiheit. Und auch die Erkenntnis, dass manchmal genau außerhalb der eigenen Komfortzone die schönsten Geschichten entstehen.
Viele Orte, die in meinen Büchern vorkommen, habe ich selbst besucht. Manche Szenen sind aus eigenen Erinnerungen entstanden. Andere aus kleinen Begegnungen, die mir unterwegs passiert sind. Und wieder andere aus der Frage:
Wie könnte mein Leben aussehen, wenn ich einen anderen Weg eingeschlagen hätte?
Als die Grundidee schließlich feststand, begann die eigentliche Reise.
Während ich noch mitten in der Entwicklung der Geschichte steckte, erzählte mir ein Freund von Madeira. Die Insel war mir nicht ganz unbekannt – bei einer Kreuzfahrt hatte ich bereits einen ersten Eindruck von ihr bekommen.
Doch je mehr ich mich danach mit Madeira beschäftigte, desto mehr hatte ich das Gefühl: Genau dort gehört diese Geschichte hin.
Ich recherchierte unzählige Reiseberichte, las Blogs, schaute Dokumentationen und tauchte immer tiefer in diese besondere Welt ein. Mit jeder neuen Information entstanden weitere Bilder in meinem Kopf – von den Landschaften, den Wegen und all den kleinen Momenten, die später Teil von Inselrauschen wurden.
Madeira hatte einfach alles, was ich mir für meinen Roman wünschte: beeindruckende Natur, kleine Gassen, spektakuläre Wanderwege, das Meer und dieses besondere Gefühl von Freiheit.
Aus einer ersten Idee entstand die nächste.
Eine Figur brachte eine weitere Figur mit sich. Ein Gedanke führte zum nächsten Kapitel. Eine Geschichte eröffnete neue Möglichkeiten. Und irgendwann merkte ich, dass ich längst nicht mehr nur an einem einzigen Buch schrieb.
So entstand nach und nach die komplette Inselrauschen-Reihe.
Wenn ich heute auf diesen Weg zurückblicke, finde ich es immer noch faszinierend, dass alles mit einem einfachen Fotobuch begonnen hat. Eigentlich wollte ich nur Erinnerungen festhalten. Stattdessen entstand eine Geschichte, die mich bis heute begleitet.
Und vielleicht ist genau das das Schönste am Schreiben:
Man weiß nie, wohin einen eine einzige Idee führen kann.



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