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Wie der Boca do Risco Trail zur Inspiration für meinen zweiten Roman wurde

  • Autorenbild: Nicole Hahn
    Nicole Hahn
  • 2. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Juli

Es gibt Wanderungen, die vergisst man nie. Nicht, weil sie besonders anstrengend waren oder weil man am Ende das schönste Foto gemacht hat. Sondern weil sie etwas in einem auslösen.

Genau so eine Wanderung war für mich der Boca do Risco Trail auf Madeira.

Ich startete am Aussichtspunkt Pico do Facho und machte mich von dort auf den Weg Richtung Porto da Cruz. Die ersten Kilometer führten mich durch den Wald, vorbei an grüner Natur und der ruhigen Seite Madeiras.

Doch irgendwann veränderte sich die Landschaft.

Der Wald öffnete sich und vor mir lag diese beeindruckende Steilküste. Der schmale Pfad führte entlang der Felsen, links die grünen Berghänge, rechts der endlose Atlantik. Hinter jeder Kurve wartete ein neuer Ausblick.

Immer wieder blieb ich stehen, atmete tief durch und genoss einfach den Augenblick.

Und genau auf diesem Weg merkte ich wieder einmal, was ich am Wandern so liebe: Während der Körper unterwegs ist, beginnt der Kopf manchmal seine ganz eigene Reise.

Meine Füße folgten Schritt für Schritt dem Wanderweg und nach und nach entstanden in meinem Kopf die ersten Bilder.

Ich stellte mir vor, wie Elli – die Hauptfigur aus dem zweiten Band meiner Inselrauschen-Reihe „Zwischen Sturm und Herzklopfen“ – genau diesen Weg entlangläuft. Wie sie den Wind spürt, den Blick über das Meer schweifen lässt und dieses Gefühl von Freiheit erlebt.


Und irgendwo dort, zwischen den steilen Felsen Madeiras und dem Blick auf den Atlantik, kam mir noch ein weiterer Gedanke.

Als begeisterte Wanderin wollte ich gerne etwas erschaffen, das diese Erinnerungen auf eine ganz besondere Weise festhält. Etwas, das nicht nur die Route zeigt, sondern auch die kleinen Augenblicke bewahrt, die eine Wanderung einzigartig machen.

Während ich weiter Richtung Porto da Cruz lief, ließ mich diese Idee nicht mehr los.

Mit jedem Schritt entwickelte sie sich weiter. Anfangs war es nur ein kleiner Gedanke, doch je länger ich wanderte, desto klarer wurde die Vorstellung davon.

Und am Ende des Weges wusste ich: Daraus könnte etwas entstehen.

Vom Wanderweg in den Roman

Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Nur so viel: Dieser Gedanke begleitet Elli durch einen großen Teil von „Inselrauschen – Zwischen Sturm und Herzklopfen“ und spielt für ihren eigenen Weg eine wichtige Rolle.

Wenn ich heute auf meine Bücher zurückblicke, fällt mir auf, dass viele Ideen genau so entstanden sind. Nicht zwischen vier Wänden am Schreibtisch, sondern draußen – auf Wanderwegen, an Aussichtspunkten oder während meiner Reisen.

Oft reicht ein einziger Augenblick. Eine beeindruckende Landschaft. Eine zufällige Begegnung. Ein Gespräch. Oder einfach ein Gedanke, der beim Gehen auftaucht.

Deshalb ist Reisen so viel mehr für mich.

Es sind nicht nur die Orte, die ich entdecke. Es sind die kleinen Momente unterwegs, aus denen manchmal die schönsten Geschichten entstehen.


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